Mit Man on Fire liefert Netflix eine Serie ab, die den klassischen Action-Kanon vollkommen bedient – und gerade deshalb erstaunlich gut funktioniert. Natürlich kennt man diese Geschichte bereits: Der gebrochene, einsame Mann kämpft sich aus seiner inneren Dunkelheit zurück ins Leben, rettet andere Menschen und findet dabei selbst wieder Zugang zu Freundschaft, Vertrauen und Nähe. Das ist alles nicht neu. Und trotzdem ist „Man on Fire“ eine bemerkenswert gut gemachte Serie.
Vom zweistündigen Film zur siebenstündigen Serie
Die Serie basiert auf dem „legendären“ Film Man on Fire von Tony Scott mit Denzel Washington in der Hauptrolle – wobei der Film jetzt so revolutionär auch wieder nicht ist, um als Remake herzuhalten, aber bitte!
Der ursprüngliche Film lebte dabei von seiner kompromisslosen Direktheit und seiner intensiven emotionalen Wucht innerhalb von knapp zwei Stunden Laufzeit. Die große Frage lautet daher natürlich: Kann man daraus wirklich eine Netflix-Serie mit sieben Episoden machen? Erstaunlicherweise: ja.
Man on Fire und die Klischees, die funktionieren
Die Netflix-Serie macht dabei keinen Hehl daraus, dass sie tief im klassischen Actionkino verwurzelt ist. Der traumatisierte Mann. Die Gewalt. Die Erlösung durch Loyalität und Schutz. All diese Motive sind präsent.
Aber „Man on Fire“ versteht, dass gute Genreunterhaltung nicht darin besteht, Klischees zu vermeiden, sondern sie gut umzusetzen. Und genau das gelingt hier.
Netflix: Spannung trotz Streckung
Natürlich merkt man der Serie an, dass der Stoff ausgedehnt wurde. Es gibt narrative Streckungen, kleinere Umwege und Passagen, die im Film vermutlich deutlich kompakter erzählt worden wären.
Doch die Serie schafft es größtenteils, diese Erweiterungen sinnvoll zu füllen. Die Spannung bleibt erhalten, die Atmosphäre funktioniert und die emotionale Dynamik trägt über die gesamte Laufzeit hinweg. Eine kleine Netflix-Revolution, wenn man so will, denn wie wir alle wissen, sind viele der Serien des Streaminggiganten oftmals extrem langatmig.
Man on Fire: Eine ehrliche Actionserie
„Man on Fire“ versucht dabei nicht, mehr zu sein, als sie ist. Sie will keine dekonstruktive Meta-Serie sein, keine ironische Brechung des Genres. Sie ist schlicht eine klassische Actionserie –
aber eine verdammt gut gemachte. Und gerade diese Ehrlichkeit macht sie angenehm.
Klar, „Man on Fire“ ist überhaupt nicht revolutionär, aber sie liefert genau das, was sie verspricht. Eine intensive, emotionale Actiongeschichte über Einsamkeit, Gewalt, Freundschaft und Erlösung. Die Serie bedient den klassischen männlichen Actionmythos vollständig – doch sie tut das mit genug handwerklichem Können, Atmosphäre und Spannung, um über ihre gesamte Laufzeit hinweg zu funktionieren. Eine wirklich gute Actionserie, die man sich sehr gut ansehen kann.
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