Something Bad Is Going to Happen: Serien-Perle auf Netflix

Something Bad Is Going to Happen Netflix

Mit Something Bad Is Going to Happen gelingt Netflix eine seltene Ausnahmeerscheinung: eine Serie, die sich deutlich vom oft kritisierten Durchschnitt des Streaming-Angebots abhebt. Denn während vieles auf Netflix als solide, aber letztlich austauschbare Unterhaltung daherkommt, ist diese Serie eine echte Perle. Vielleicht sogar eine der stärksten Produktionen im Thriller- und Horrorbereich seit Langem. Absolut sehenswert!

Zwischen Intimität und Unbehagen

Die Serie beginnt zunächst ganz ruhig. Ein Paar ist unterwegs, irgendwohin, man weiß nicht genau wohin. Es entstehen intime Momente, Szenen der Zweisamkeit, die überraschend kreativ und einfallsreich inszeniert sind. Kleine Ideen – etwa spielerische Rituale während der Autofahrt – verleihen diesen Momenten eine besondere Authentizität. Doch diese Ruhe ist trügerisch. Schon bald kippt die Stimmung.

Something Bad Is Going to Happen: Der erste Bruch ist Horror

Ein Zwischenstopp an einer Raststätte. Und plötzlich taucht die Serie in eine düstere Horroratmosphäre ein. Man fühlt sich an klassische Genrevertreter erinnert, an Filme, in denen jederzeit etwas Unheilvolles geschehen kann und auch passiert!

Something Bad Is Going to Happen scheint nun klar in eine Richtung zu gehen. Doch genau das tut sie nicht.

Netflix und das Genre als bewegliches System

Was Something Bad Is Going to Happen unter anderem so außergewöhnlich macht, ist sein Umgang mit Genre. Die Serie springt dabei nicht willkürlich zwischen Genres hin und her, sondern entwickelt eine Art Kette von Stimmungen und Formen: Intimes Beziehungsdrama – Roadmovie – Horrorfilm – Familiendrama – Psychothriller und so weiter.

Diese Übergänge geschehen dabei fließend und vor allem überraschend. Klar: Immer dann, wenn man glaubt, die Richtung erkannt zu haben, wird sie wieder aufgelöst. Das ist ein herrliches Vergnügen!

Something Bad Is Going to Happen: Die Familie als Unruheherd

Ein zentraler Schauplatz ist dann auch das Anwesen der Familie des Mannes. Mitten im Nirgendwo, umgeben von Wald, reich, abgeschottet und… zutiefst seltsam. Hier verdichtet sich das Gefühl permanenter Bedrohung. Alles wirkt dabei irgendwie „off“, jede Geste, jede Begegnung trägt etwas Unheimliches in sich.

Als Zuschauer*in ist man ständig in Alarmbereitschaft. Man wartet nur darauf, dass etwas eskaliert – dass sich die Bedrohung entlädt. Doch auch hier spielt die Serie mit Erwartungen.

Auflösung und erneute Verunsicherung

Das vielleicht Raffinierteste an dieser Netflix-Serie ist ihr Umgang mit Spannung. Denn was zunächst als Bedrohung erscheint, wird plötzlich rational erklärt. Und was passiert: Das Unheimliche verliert plötzlich seinen Schrecken, scheinbar, und ein Genre transformiert sich erneut. Doch genau dann kippt die Situation erneut. Neue Unsicherheiten entstehen, neue Bedrohungen zeichnen sich ab.

Diese ständigen Verschiebungen sorgen dafür, dass man als Zuschauer nie zur Ruhe kommt.
Es gibt keine sichere Interpretation, keinen stabilen Boden.

Bekanntes – neu gedacht

Besonders spannend an der Netflix-Serie Something Bad Is Going to Happen ist dabei vor allem, dass die Serie eigentlich nichts Neues erfindet. Viele Elemente sind vertraut: das unheimliche Haus, die seltsame Familie, die drohende Gewalt und so weiter. Doch diese Elemente werden so neuartig kombiniert, so klug inszeniert, dass sie sich frisch und überraschend anfühlen.

Man kann es nicht anders sagen: „Something Bad Is Going to Happen“ ist ein Meisterwerk der Spannung und ein einfallsreich konstruierter Genrehybrid, der es versteht, Erwartungen zu unterlaufen, Genres neu zu denken und den Zuschauenden permanent in Unsicherheit zu halten. Die Serie ist intensiv, klug konstruiert und handwerklich herausragend – und vor allem: nie langweilig!

Eine der besten Produktionen, die Netflix je veröffentlicht hat. Und eine Serie, die man gesehen haben muss.


Titelbild © Netflix