Ein seltenes Netflix-Glück: Die Serie His & Hers

His & Hers Netflix Serie

Netflix ist ja bekanntlich so eine Sache. Oft zögert man schon beim Starten, weil man die typische Serien-Langatmigkeit befürchtet. Zu viele Folgen, zu viel Stretching, zu wenig Substanz. Und dann gibt es diese seltenen Momente, in denen man merkt: Ah, okay, das ist eine dieser seltenen Serien-Perlen auf Netflix. His & Hers auf Netflix gehört genau in diese Kategorie. Denn die neue Netflix-Serie macht vieles richtig, überraschend vieles sogar. Sie ist natürlich kein revolutionäres Genre-Wunder, aber sie beherrscht ihr Handwerk bemerkenswert gut.

His & Hers:  Langsam, aber kontrolliert

Ja, auch die neue Netflix-Serie His & Hers hat Längen. Aber im Unterschied zu vielen anderen Netflix-Produktionen wirken diese nicht wie künstliche Streckungen, sondern eher wie kalkulierte Verzögerungen. Die Serie nimmt sich Zeit, setzt auf Dosierung statt Überladung. Hintergrundgeschichten werden nicht auf einmal ausgeschüttet, sondern tröpfchenweise freigegeben und dabei genau so viel, dass man dranbleibt.

Im Zentrum stehen dabei zwei Figuren (hervorragend gespielt von Tessa Thompson und Jon Bernthal), deren Beziehung sich erst nach und nach erschließt. Irgendwann wird jedoch klar: Die beiden sind verheiratet. Doch was das wirklich bedeutet (emotional, biografisch, moralisch) entfaltet sich erst langsam und bleibt lange ambivalent. Eindeutig ein spannendes erzählerisches Element.

Netflix-Serie His & Hers: Ein Krimi als Rätselmaschine

Der Mordfall, der die Handlung antreibt, ist dabei weniger ein klassischer Whodunit als vielmehr ein sich ständig verschiebendes Geflecht aus Verdacht, Erinnerung und Verdrängung. Im Verlauf der Serie kommen immer mehr Verstrickungen ans Licht, alte Geschichten holen die Figuren ein, die Schlinge zieht sich enger. Dabei ist lange unklar, um wen eigentlich.

Gerade dieses permanente Rätseln macht den Reiz der Netflix-Serie His & Hers aus. Man fiebert mit, spekuliert, verwirft Theorien wieder und wird immer wieder auf falsche Fährten gelockt. His & Hers versteht es dabei sehr gut, Spannung nicht nur aus Plot, sondern aus Informationsverknappung zu erzeugen.

Humor an den richtigen Stellen

Besonders gelungen ist aber vor allem der Tonfall der Serie. Denn natürlich vor allem die Schauspieler*innen gekonnt auf den Punkt bringen. Kurios und sehenswert: Trotz des ernsten Krimi-Kerns erlaubt sich die Serie immer wieder kleine, dezente humoristische Momente. Kein plumper Witz, sondern feine Ironie, kurze Brechungen, situativer Humor. Das lockert nicht nur auf, sondern macht die Figuren menschlicher und glaubwürdiger.

Hinzu kommt das Spiel mit bekannten Motiven: Schulzeit, alte Traumata, psychischer Ballast aus der Jugend und die Frage, was eigentlich aus all dem geworden ist, wenn man erwachsen ist. Diese Rückblicke sind klug eingewoben und wirken nie aufgesetzt.

His & Hers: eine Netflix-Serie, die man gesehen haben sollte

His & Hers ist ein spannendes Serien-Mosaik, das sich Stück für Stück zusammensetzt. Sechs Episoden reichen völlig aus, um eine dichte, gut erzählte Geschichte zu entfalten, ohne sich zu verlieren. Die Serie vertraut ihrem Publikum, überfordert es nicht, unterfordert es aber auch nicht.

Unser Fazit: Eine gelungene, absolut empfehlenswerte Netflix-Serie. Spannend, clever gebaut, mit feinem Humor und genug Twists, um bis zum Schluss am Ball zu bleiben. Genau so wünscht man sich Streaming-Krimis.

Kleiner Tipp: Wer auf komplexere Krimis steht, sollte sich unbedingt den neuen Knives Out-Teil ansehen: Wake Up Dead Man: A Knives Out Mystery.


Titelbild © 2025 Netflix, Inc